Präsident Paul Biya von Kamerun seit über 50 Tagen nicht mehr öffentlich gesehen

Kameruns Staatschef Paul Biya wurde seit über 50 Tagen nicht mehr öffentlich gesehen, was Besorgnis in der Bevölkerung und politischen Kreisen auslöst. Diese Abwesenheit markiert die längste Zeit seit Beginn seiner Amtszeit, in der keine öffentlichen Auftritte, Reden oder offizielle Termine nachgewiesen werden können.

Biya, der das westafrikanische Land seit 1982 regiert, ist mit 93 Jahren einer der ältesten Staatschefs der Welt. In der Vergangenheit hatte er bereits wiederholt längere Aufenthalte im Ausland – vor allem in Frankreich – unternommen, oft ohne offizielle Angaben zu Zweck oder Dauer. Doch die aktuelle Stille der Regierung verstärkt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die innenpolitische Stabilität des Landes.

Opposition fordert Klarheit

Oppositionsparteien und zivilgesellschaftliche Gruppen fordern mittlerweile Transparenz. Sie verweisen auf Artikel 66 der kamerunischen Verfassung, der vorsieht, dass der Staatspräsident im Falle einer „vorübergehenden Verhinderung“ den Parlamentspräsidenten als Übergangsführer bestimmen muss. Bisher hat Biya jedoch keine solche Erklärung abgegeben.

Internationale Beobachter verfolgen die Entwicklung aufmerksam, da eine Machtvakuum in Kamerun aufgrund der angespannten Lage im anglophonen Südwesten und Nordwesten sowie der Migration und Sicherheitslage in der Region instabile Folgen für Zentralafrika haben könnte.

Quellen: France 24 – Africa