Die Stadt München fordert ihre Einwohner erstmals in größerem Umfang auf, bewusst mit Trinkwasser umzugehen. Grund ist eine zunehmende Spannung in der Wasserversorgung, die durch anhaltende Trockenperioden und steigenden Verbrauch entstanden ist. Bisher galt das Münchner Trinkwasser als nahezu unerschöpflich – gespeist aus alpinen Quellen im Mangfalltal. Doch laut Aussagen von Dominik Krause, Leiter der Münchner Stadtentwässerung, zeigen aktuelle Daten, dass die Belastungsgrenze erreicht ist.
„Wir befinden uns nicht in einer Notlage, aber wir müssen vorausschauend handeln“, so Krause. Besonders in den Sommermonaten steige der Verbrauch durch private Gartennutzung, Schwimmbäder und industrielle Nutzung deutlich an. Gleichzeitig führe der Klimawandel zu geringeren Grundwasserneubildungsraten und schmelzenden Gletschern, die langfristig die Quellleistung mindern könnten.
Die Stadt empfiehlt, auf das Bewässern von Gärten und das Säubern von Wegen mit Trinkwasser zu verzichten. Auch die Nutzung von Sprinkleranlagen wird kritisch gesehen. Zudem sollen Haushalte Leckagen frühzeitig beheben und wassersparende Armaturen einbauen. Ein öffentliches Informationskampagne soll das Bewusstsein für den Wert des Trinkwassers stärken.
Experten warnen, dass München langfristig in eine neue Phase der Wasserbewirtschaftung eintreten muss. Bisher basierte die Versorgungssicherheit auf der natürlichen Kraft der Alpen. Doch auch diese Ressource ist nicht unverwüstlich. Die aktuelle Aufforderung zum Sparen ist daher weniger eine kurzfristige Maßnahme, sondern ein Signal für zukünftige Herausforderungen im Umgang mit einem lebenswichtigen Gut.
Quellen: ZEIT Online – Deutschland