Die jüngste Absage eines Konzerts der südafrikanischen Sängerin Tyla in Nigeria wirft erneut ein Schlaglicht auf die anhaltenden anti-migrantenfeindlichen Stimmungen in Südafrika. Wie aus internationalen Berichten hervorgeht, wurden die Proteste gegen Tylas Auftritt in Lagos maßgeblich von einer Petition getragen, die auf wiederholte Übergriffe gegen nigerianische Staatsbürger im südlichen Afrika einging.
Zwar gab es keine neuen massiven Ausschreitungen unmittelbar vor dem geplanten Konzert, doch die Erinnerung an frühere Wellen von sogenanntem „Xenophobie“-Gewalt bleibt lebendig – besonders in Nigeria. Dort wurde die südafrikanische Regierung wiederholt dafür kritisiert, nicht konsequent genug gegen rassistisch motivierte Angriffe vorzugehen oder diese ausreichend zu verurteilen.
Die diplomatischen Spannungen zwischen Afrikas beiden bevölkerungsreichsten Ländern schwelen seit Jahren. Bereits 2019 führten tödliche Pogrome zu einem offiziellen Protest der nigerianischen Regierung und zur Evakuierung zahlreicher Landsleute aus Südafrika. Auch andere westafrikanische Länder beobachten die Lage aufmerksam. Die aktuelle Welle der Empörung zeigt, dass solche Vorfälle nicht nur humanitäre, sondern zunehmend auch kulturelle und wirtschaftliche Konsequenzen haben – etwa durch Boykotte, Abbruch von Kooperationen oder das Ausbleiben kultureller Austauschprojekte.
Quellen: BBC News – Africa