Im äthiopischen Tigray sind am Montag neue bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen regionalen Kräften der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) und der äthiopischen Bundesarmee ausgebrochen. Die Kämpfe konzentrieren sich auf umstrittene Gebiete im Norden des Landes, in denen die Waffenruhe seit dem Ende des letzten Konflikts ohnehin brüchig war. Beobachter befürchten, dass dieser Vorfall den offenen Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs markieren könnte.
Der letzte Tigray-Krieg, der von 2020 bis 2022 andauerte, forderte nach Schätzungen rund 600.000 Todesopfer und hinterließ eine zerstörte Infrastruktur sowie eine schwer angeschlagene Zivilbevölkerung. Bis heute ist die Region nicht vollständig rehabilitiert, und humanitäre Organisationen warnen nun vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage.
Trotz intensiver Vermittlungsbemühungen durch die Vereinigten Staaten und die Afrikanische Union scheint eine Deeskalation derzeit unwahrscheinlich. Diplomatische Initiativen blieben bisher erfolglos, und beide Seiten berichten von gegenseitigen Provokationen entlang der Konfliktlinie. Internationale Hilfsorganisationen haben ihre Mitarbeiter in der Region bereits in Alarmbereitschaft versetzt.
Hilfe dringend nötig
Die Vereinten Nationen fordern unverzüglich einen Waffenstillstand und uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe. Die Angst vor einer Wiederholung der humanitären Katastrophe der vergangenen Jahre wächst sowohl lokal als auch international. Experten betonen, dass eine militärische Lösung den tief verwurzelten politischen und ethnischen Spannungen im Land nicht gerecht werden könne.
Quellen: France 24 – Africa