Macky Sall ringt um UN-Generalsekretärsposten – erste Strohhalme zeigen Schwierigkeiten

Die Kandidatur des ehemaligen senegalesischen Präsidenten Macky Sall für das Amt des UN-Generalsekretärs steht nach der ersten informellen Befragung im UN-Sicherheitsrat unter einem schlechten Stern. Wie aus diplomatischen Kreisen bekannt wurde, erzielte Sall bei der sogenannten Strohhalmen-Abstimmung (straw poll) nur geringe Unterstützung, was seine Chancen auf das Amt des Nachfolgers von António Guterres deutlich schmälert.

Bei den Strohhalmen handelt es sich um interne, nicht-bindende Abstimmungen im Sicherheitsrat, bei denen die Mitglieder ihre Präferenzen für die nächste UN-Generalsekretärin oder den nächsten Generalsekretär äußern. Die Ergebnisse werden nicht offiziell veröffentlicht, aber diplomatische Berichte deuten darauf hin, dass Sall in keiner der Kategorien – weder bei den ständigen Mitgliedern mit Vetorecht noch bei den nichtständigen – ausreichend Stimmen erhielt, um als führender Kandidat zu gelten.

Die Suche nach Guterres’ Nachfolger hat bereits früh begonnen, da der portugiesische Amtsinhaber nach zwei Amtszeiten im Dezember 2026 ausscheiden wird. Sall, der von 2012 bis 2024 Präsident Senegals war, positionierte sich früh als möglicher Kandidat und betonte seine Erfahrung in regionaler Diplomatie und Friedensvermittlung. Dennoch scheint seine Kandidatur international bislang wenig Resonanz zu finden.

Beobachter vermuten, dass die afrikanischen Staaten eine Kandidatur aus der Region Westafrika unterstützen könnten, doch bislang fehlt Sall die breite Zustimmung – auch innerhalb Afrikas. Andere Bewerber aus verschiedenen Weltregionen werden bereits als stärkere Konkurrenten gehandelt. Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich erst im Jahr 2026 getroffen, doch die frühen Signale aus dem Sicherheitsrat könnten Salls Chancen bereits jetzt erheblich beeinträchtigen.

Quellen: Africanews EN