Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin hat Senatorin Sawsan Kiziltepe eindringlich zur anhaltenden Solidarität mit queerfeindlich bedrohten Menschen aufgerufen. In einer öffentlichen Stellungnahme betonte die Senatorin für Integration, Arbeit und Queerpolitik, dass das Bekenntnis zur Vielfalt nicht nur in Gedenkminuten, sondern im täglichen politischen und gesellschaftlichen Handeln sichtbar werden müsse.
„Die Wut, die Trauer, die Angst – sie dürfen nicht verpuffen“, so Kiziltepe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Aufmerksamkeit innerhalb weniger Tage verflüchtigt.“ Sie forderte von allen politischen Kräften konkrete Maßnahmen gegen Hasskriminalität, insbesondere gegen homo- und transfeindliche Gewalttaten. Die Polizei hatte am Wochenende 31 Straftaten während des CSD-Wochenendes registriert, darunter Körperverletzungen und Belästigungen.
Kiziltepe mahnte auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen an. Gleichzeitig appellierte sie an die Gesellschaft, nicht in Paranoia zu verfallen, sondern weiterhin offen und sichtbar queer zu leben. „Unsere Freiheit darf nicht von Angst bestimmt werden“, sagte sie. Parallel zeigte sich die queere Community in anderen deutschen Städten solidarisch: In Hamburg feierten rund 300.000 Menschen den CSD unter massiver Polizeipräsenz.
Quellen: Der Tagesspiegel, ZEIT Online