Am Samstag hat Hamburg eines der größten Zeichen für Vielfalt und Toleranz in Deutschland gesetzt: Rund 300.000 Menschen nahmen am Christopher Street Day (CSD) in der Hansestadt teil. Nur eine Woche nach dem Terroranschlag auf den CSD in Berlin zeigte die queere Community mit ihrer Rekordbeteiligung Flagge und betonte ihre Entschlossenheit, sich nicht einschüchtern zu lassen.
Die Parade zog wie jedes Jahr durch die Innenstadt, vorbei am Rathausmarkt bis zum Schanzenviertel. Doch diesmal war die Sicherheitslage deutlich verschärft. Polizisten mit Maschinenpistolen patrouillierten entlang der Route, und Verstärkung aus mehreren Bundesländern sorgte für ein hohes Präsenzniveau. Dennoch herrschte eine ausgelassene, fast schon defiant Stimmung unter den Teilnehmenden.
Eine besondere Rolle spielte die Delegation aus Berlin: 120 Aktivist:innen fuhren mit einem eigenen Wagen mit, unter ihnen auch Berlins Senatorin für Integration, Kiziltepe. „Wir weichen keinen Schritt zurück“, sagte sie im Rahmen der Veranstaltung und forderte mehr Mitspracherechte für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen in der Politik.
Auch politisch wurde klare Kante gezeigt. Redner:innen wandten sich nicht nur gegen islamistischen Extremismus, sondern kritisierten auch rechte Parteien wie die AfD sowie etablierte Kräfte wie Union, SPD und Grüne für mangelndes Engagement. Slogans wie „Auch Weidel ist keine von uns“ wiesen auf die Distanz zur queerfeindlichen Rhetorik innerhalb der AfD hin – aber auch auf Skepsis gegenüber symbolischer Unterstützung durch andere Parteien.
Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen, Welt Online, FAZ Online, Der Tagesspiegel