Hamburg prüft Verbot von Meta Smart Glasses – Datenschutzbeauftragter warnt vor Überwachung

Hamburg rückt in der Debatte um digitale Privatsphäre in Deutschland an die Spitze: Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hat vor den Gefahren intelligenter Datenbrillen gewarnt – insbesondere der jüngst vorgestellten Meta Smart Glasses. Diese könnten, so seine Befürchtung, zu einer Normalisierung heimlicher Videoaufnahmen führen und damit grundlegende Datenschutzrechte untergraben.

Fuchs betont, dass Alltagssituationen – etwa in Cafés, auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln – nicht länger ohne Zustimmung aufgezeichnet werden dürften. Die Integration von Kameras in modische Brillen mache es nahezu unmöglich, solche Aufnahmen zu erkennen. „Wenn jeder unauffällig filmen kann, wird die Stadt zur permanente Überwachungszones“, warnte er in einem aktuellen Statement.

Die Hamburger Datenschutzbehörde prüft daher nun rechtliche Schritte, darunter auch ein mögliches Verkaufsverbot der Geräte innerhalb des Bundeslandes. Eine solche Maßnahme wäre in Deutschland bisher beispiellos, könnte aber bundesweite Signalwirkung entfalten. Auch andere Landesbehörden beobachten die Entwicklung aufmerksam.

Meta argumentiert, dass die Brille Nutzer:innen aktiv darauf hinweise, wenn sie aufnehmen – etwa durch eine LED-Anzeige. Doch Datenschützer halten dies für unzureichend. In Hamburg laufen nun Gespräche mit Juristen, Technikexperten und Bürgerrechtsorganisationen, um einen rechtssicheren Umgang mit der neuen Technologie zu definieren. Entscheidungen könnten noch im August fallen.

Quellen: heise online