Präsidentschaftsamt weist Vorwürfe von Atiku über „finanzielle Unverantwortlichkeit“ zurück

Das nigerianische Präsidialamt hat die jüngsten Vorwürfe des ehemaligen Vizepräsidenten und Oppositionsführers Atiku Abubakar scharf zurückgewiesen. Abubakar, Kandidat der African Democratic Congress (ADC), hatte die Regierung von Präsident Bola Tinubu wegen angeblicher „fiskalischer Unverantwortlichkeit“ kritisiert und vor einer drohenden Schuldenkrise gewarnt. Daraufhin erklärte das Präsidialamt am Sonntag, Atikus Behauptungen basierten auf veralteten Wirtschaftsdaten aus dem Jahr 2024 und ignorierten die Fortschritte der jüngeren Reformpolitik.

Ein offizieller Sprecher der Regierung betonte, dass die Wirtschaftsdaten seit 2025 deutliche Verbesserungen zeigten, darunter eine sinkende Inflationsrate, ein stabilerer Naira und eine erhöhte Devisenreservenquote. „Die Regierung hat strukturelle Reformen eingeleitet, die Wirkung zeigen – aber nur, wenn man die aktuellsten Zahlen betrachtet“, hieß es in der Stellungnahme. Die Regierung forderte eine sachliche Debatte, die auf aktuellen Fakten beruhe, anstatt auf „eingefrorenen Momentaufnahmen der Vergangenheit“.

Kontext der Debatte

Die Debatte findet vor dem Hintergrund anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen statt, darunter hohe Arbeitslosigkeit und Energieknappheit. Atiku argumentiert, dass die Liberalisierung des Devisenmarktes und die Abschaffung der Subventionen die Lebenshaltungskosten für Millionen Nigerianer stark erhöht hätten. Die Regierung hingegen verweist auf internationale Unterstützung und eine langfristige Stabilisierungsstrategie.

Die Replik des Präsidialamts wurde begleitet von einem Papier mit detaillierten Gegenargumenten unter dem Titel „Fakten statt Angst“, das eine punktgenaue Entgegnung auf Atikus Kritik liefert. Die politische Auseinandersetzung dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen, da Nigeria sich auf zukünftige Wahlen vorbereitet.

Quellen: AllAfrica – Nigeria, AllAfrica – Business