Im Zentrum eines bundesweit beachteten Cyberkriminalitätsverfahrens steht Frankfurt erneut als Ermittlungsstandort: Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Betreiber des Darknet-Marktplatzes „Archetyp Market“ erhoben. Die Plattform, die zwischen 2020 und 2025 aktiv war, diente laut Anklage dem illegalen Handel mit Drogen, gefälschten Dokumenten und digitalen Betäubungsmitteln. Über das anonymisierte Netzwerk soll der Beschuldigte einen Gesamtumsatz von rund 330 Millionen Euro erwirtschaftet haben.
Die Ermittlungen führten zu einer umfangreichen internationalen Zusammenarbeit, an der auch Europol und die US-Behörde Homeland Security beteiligt waren. Der mutmaßliche Betreiber, ein deutscher Staatsangehöriger, wurde in Hessen festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, die Plattform technisch betrieben und den Handel strukturell ermöglicht zu haben. Die Anklage umfasst Vorwürfe der schweren Banden- und gewerbsmäßigen Einfuhr von Betäubungsmitteln sowie Geldwäsche.
Frankfurt gilt als zentraler Knotenpunkt in der Bekämpfung von Cyberkriminalität. Die dortige Generalstaatsanwaltschaft führt seit Jahren zahlreiche Verfahren gegen Betreiber von Darknet-Plattformen. Der Fall „Archetyp“ zählt zu den bisher umfangreichsten Ermittlungen dieser Art. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Plattform über Jahre hinweg als eine der größten Drogenhandelsbörsen im Darknet galt. Das Gericht wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
Quellen: heise online, FAZ Online