Biber-Schutz in Brandenburg: Agrarministerin fordert Lockerungen

In Brandenburg mehren sich die Konflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft aufgrund der wachsenden Biberpopulation. Aktuell gibt es im Land schätzungsweise 4.000 Exemplare des Nagers, der zwar streng geschützt ist, aber durch seinen Bau- und Fressverhalten erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Entwässerungsanlagen und Uferbefestigungen verursachen kann.

Agrarministerin Almuth Berger (SPD) hat daher öffentlich ihre Unterstützung für eine teilweise Lockerung des Biber-Schutzes signalisiert. „Wir müssen ein ausgewogenes Verhältnis finden zwischen dem Erhalt einer artgerechten Population und den realen Problemen vor Ort“, erklärte sie in einem Interview. Insbesondere in Regionen wie der Nuthe-Nieplitz-Niederung oder entlang der Havel seien die Auswirkungen auf Drainagesysteme und Feldfrüchte nicht mehr zu ignorieren.

Die Ministerin spricht sich für ein flexibleres Managementkonzept aus, das regional angepasste Maßnahmen wie gezielte Abschussgenehmigungen oder Umsiedlungen ermöglicht. Derzeit ist der Biber nach Bundesartenschutzverordnung jedoch vollständig geschützt, auch wenn er lokal als Schädling gilt. Umweltschutzverbände warnen vor einer Öffnung des Schutzstatus und betonen die positive ökologische Rolle der Tiere bei der Renaturierung von Feuchtbiotopen.

Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Artenvielfalt und landwirtschaftlicher Nutzung in einem Bundesland, das über große naturnahe Flächen verfügt, aber gleichzeitig eine bedeutende Agrarregion ist. Die Landesregierung will bis Herbst einen neuen Leitfaden zur Biberbewirtschaftung vorlegen.

Quellen: Der Tagesspiegel