Libysche Machthaber einigen sich auf Machtpartnerschaft

Im Juni 2026 haben die beiden konkurrierenden Machthaber in Libyen einen Durchbruch im langwierigen Konflikt um die Staatsmacht erzielt. Der Chef der international anerkannten Regierung der Nationalen Einheit (GNU), Premierminister Abdul Dbeibah, und Feldmarschall Khalifa Haftar, de facto Führer der im Osten dominierten sogenannten Regierung der Nationalen Stabilität (GNS), einigten sich auf einen Machtteilungsvertrag. Der Deal markiert einen möglichen Wendepunkt in dem seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 andauernden Konflikt, der das Land in westliche und östliche Machtsphären zersplittert hat.

Der neu gefasste Pakt sieht eine gemeinsame Regierungsbildung vor, bei der beide Seiten Schlüsselpositionen übernehmen. Dbeibah, der seinen Sitz in Tripolis im Westen hat, behält formelle politische Autorität, während Haftar, der militärische Kontrolle über große Teile Ostlibyens innehat, zentrale Sicherheits- und Verteidigungspositionen erhält. Die Vereinbarung wurde nach monatelangen, indirekt geführten Verhandlungen unter internationaler Vermittlung erzielt, zu der auch Vertreter der UN und der Afrikanischen Union gehörten.

Obwohl die Einigung Hoffnung auf Stabilität weckt, bleibt die Umsetzung ungewiss. Kritiker befürchten, dass die Machtpartnerschaft die Fragmentierung des Staates institutionalisiert, anstatt eine vollständige politische Vereinigung zu fördern. Zudem bleibt unklar, wie die Rolle der Milizen und lokalen Warlords in diesem neuen Arrangement definiert wird. Die internationale Gemeinschaft begrüßte den Schritt jedoch als Fortschritt, solange Wahlen und eine zivile Verfassungsordnung nicht etabliert sind.

Quellen: AllAfrica – North Africa