Humanitäre Krise im Sudan: Drohnenangriffe gefährden Zivilisten und Hilfseinsätze

Die humanitäre Lage im Sudan verschärft sich weiter durch den zunehmenden Einsatz von Drohnen in den militärischen Auseinandersetzungen. Wie die UNO-Organisation OCHA am Montag berichtete, gefährden gezielte und unpräzise Drohnenangriffe nicht nur das Leben tausender Zivilisten, sondern blockieren auch entscheidende Hilfsrouten. In Konfliktgebieten wie Jebel Marra in Darfur oder Teilen der Hauptstadt Khartoum sei der Zugang für medizinisches Personal und Nahrungsmittelkonvois oft unmöglich.

In der Region Jebel Marra ist die Situation besonders dramatisch. Laut dem Darfur Network for Human Rights fehlen funktionierende Krankenhäuser und Gesundheitszentren fast vollständig. Schwangere Frauen und Kinder sterben vermehrt an vermeidbaren Ursachen, da die nächste medizinische Einrichtung oft tagelange Fußmärsche entfernt liegt. Die Kombination aus Gewalt, Zerstörung der Infrastruktur und mangelndem Zugang führt zu einer tiefgreifenden humanitären Katastrophe.

Rechtsexpert*innen mahnen angesichts der eskalierenden Lage internationale Rechenschaftspflicht an. Der sudanesische Jurist Dr. Mohamed Al-Zain forderte am Montag die Aktivierung internationaler Klageverfahren gegen die RSF und deren Unterstützer. Er stuft viele der begangenen Handlungen als Kriegsverbrechen und Völkermord ein und plädiert für die Einbindung offizieller sowie zivilgesellschaftlicher Beweissammlung, um langfristig Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Quellen: AllAfrica – Latest, France 24 – Africa, UN News