Ungarn vor der Wahl: Orbán schürt Umsturzgerüchte gegen Opposition

In den letzten Tagen vor der entscheidenden Parlamentswahl in Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orbán die Opposition erneut scharf attackiert. Wie mehrere Medien berichten, warf der langjährige Regierungschef seinem Herausforderer Péter Magyar und dessen Partei Tisza ohne konkrete Beweise vor, einen Staatsstreich zu planen.

„Orbán versucht offenbar, durch gezielte Verunsicherung der Wählerschaft seine schlechten Umfragewerte zu kompensieren“, analysiert der Spiegel. Laut dem aktuellen Medián-Poll könnte die Opposition sogar eine Zweidrittelmehrheit erreichen, während andere Institute einen knapperen Vorsprung prognostizieren.

Opposition mahnt zur Ruhe

Péter Magyar reagierte gelassen auf die Vorwürfe und rief zur Besonnenheit auf. „Statt konstruktiver Debatten verbreitet die Regierung nur Angst und Lügen“, so der Oppositionsführer. Besonders in der bisherigen Orbán-Hochburg Debrecen, Ungarns zweitgrößter Stadt, scheint die Stimmung zu kippen.

Die EU beobachtet die Entwicklung mit Spannung, da ein Machtwechsel die blockierten Beziehungen zu Ungarn möglicherweise entspannen könnte. Allerdings gibt es auch Spekulationen, dass Orbán selbst nach einer Wahlniederlage versuchen könnte, an der Macht zu bleiben.

Quellen: Spiegel Online, Euronews, SVT Nyheter