Kameruns Präsident Paul Biya, der mit 93 Jahren der älteste regierende Staatsoberhaupt der Welt ist, ist seit über zwei Monaten nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Diese anhaltende Abwesenheit hat in der Bevölkerung und international zu wachsender Besorgnis sowie Spekulationen über seinen Gesundheitszustand geführt. Offizielle Stellen in Yaoundé betonen jedoch, dass Präsident Biya weiterhin seine Amtsgeschäfte führe, auch wenn diese derzeit aus dem Ausland oder im Privaten erfolgten.
Die Regierung in Kamerun hat wiederholt Gerüchte über eine mögliche schwere Erkrankung des Präsidenten dementiert. Ein Sprecher des Präsidialamtes erklärte, Biya befinde sich in einer „regulären Arbeitspause“ und sei weiterhin in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Dennoch fehlen überzeugende Beweise für seine Handlungsfähigkeit, was zu politischer Unsicherheit im Land beiträgt. Beobachter warnen vor einer Machtvakuum, insbesondere angesichts des fortgeschrittenen Alters des langjährigen Machthabers.
Biya regiert Kamerun seit 1982 und hat sich durch mehrere umstrittene Verfassungsänderungen an der Macht gehalten. In den letzten Jahren war seine Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen selten geworden, doch die aktuelle zweimonatige Abwesenheit ist ungewöhnlich lang. Internationale Beobachter und Oppositionsparteien fordern mehr Transparenz über den Zustand des Präsidenten, während die Regierung jegliche Kritik als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückweist.
Parallel zu den Spekulationen über seine Gesundheit ordnete Biya eine umfassende Umstrukturierung der Armee an. Diese Maßnahme könnte als Versuch gedeutet werden, die Loyalität der Streitkräfte zu sichern, während die politische Lage im Land angespannt bleibt.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa