Somalische Regierungsmitglieder geben Kenia-Pässe nach Ultimatum ab

Mehrere hochrangige Mitglieder der somalischen Regierung bereiten sich darauf vor, ihre kenianischen Pässe und nationale Ausweisdokumente abzugeben, nachdem Präsident Hassan Sheikh Mohamud ein Ultimatum zur Aufgabe ausländischer Staatsbürgerschaften erlassen hat. Wie mehrere informierte Quellen berichten, müssen Inhaber eines Doppelstatus, die öffentliche Ämter bekleiden, innerhalb weniger Tage ihre ausländische Staatsangehörigkeit aufgeben oder ihre Positionen unverzüglich räumen.

Das Dekret richtet sich gegen die weit verbreitete Praxis, dass führende Politiker und Minister neben der somalischen auch eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen – insbesondere aus Ländern wie Kenia, das historisch enge Verbindungen zu Somalia unterhält. Die Maßnahme soll die Loyalität der Regierungsmitglieder gegenüber dem Staat stärken und Transparenz im politischen System fördern. Beobachter sehen darin einen weiteren Schritt zur Institutionalisierung staatlicher Autorität in einem Land, das lange von informellen Netzwerken und Clan-Dynamiken geprägt war.

Die Entscheidung könnte auch diplomatische Spannungen mit Kenia beeinflussen, das eine große somalische Diaspora beherbergt und oft als Transit- oder Rückzugsort für somalische Politiker dient. Die Umsetzung des Ultimatums wird von Anti-Korruptions-Bewegungen im Inland begrüßt, die seit Jahren eine striktere Abgrenzung zwischen nationaler Verantwortung und ausländischen Bindungen fordern.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya