Die Justizbehörden in Liberia stehen erneut vor der Herausforderung, internationale Drogenkriminalität effektiv zu verfolgen. Zwei ausländische mutmaßliche Drogenhändler, die derzeit in liberischer Gewahrsam sind, könnten aufgrund fehlender rechtlicher Verbindungen („Nexus“) möglicherweise nie vor einem US-Gericht erscheinen. Dies berichtet die liberische Zeitung FrontPageAfrica unter Berufung auf Ermittler, die an der laufenden Untersuchung beteiligt sind.
Sam Gaye, Direktor der Executive Protection Agency Liberias, betont, dass der entscheidende Faktor für eine Auslieferung fehlt: ein direkter rechtlicher Zusammenhang zwischen den Verbrechen in Liberia und den Vereinigten Staaten. Vor 16 Jahren gelang es noch, einen Kokainpiloten innerhalb weniger Wochen nach New York zu überstellen – heute jedoch sieht sich Liberia mit strukturellen und rechtlichen Hürden konfrontiert. Während die liberische Küstenwache über veraltete Ausrüstung klagt und Gefängniswärter angeblich Bestechungsgelder von Drogenkartellen annehmen, bleibt die US-Unterstützung weitgehend passiv.
Experten warnen, dass die Schwäche der Strafverfolgung Liberia zunehmend zu einem Transitland für internationale Drogenhändler macht. Die US-Regierung wird daher aufgefordert, stärker zu intervenieren – nicht nur aus außenpolitischem Interesse, sondern auch im Rahmen ihrer historischen Verantwortung gegenüber Westafrika.
Quellen: FrontPageAfrica, AllAfrica – West Africa