Der Rhein steht vor einem historischen Tief. Am Pegelstandort Kaub, der als wichtiges Messfeld für die Schifffahrt im Rhein-Main-Gebiet gilt, sank der Wasserstand am Mittwoch auf nur noch 19 Zentimeter. Dieser Wert markiert einen traurigen Rekord und hat gravierende Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt. Zahlreiche Frachtschiffe können die Stelle zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz nur noch stark reduziert beladen passieren – viele bleiben ganz liegen.
Die anhaltende Trockenheit im Südwesten Deutschlands trifft insbesondere die Wirtschaftsregion Rhein-Main hart. Unternehmen, die auf den Transport von Rohstoffen wie Kohle, Öl oder Chemikalien per Schiff angewiesen sind, müssen umrüsten. Logistikkonzerne rechnen mit Lieferverzögerungen und steigenden Kosten. Experten befürchten, dass sich die Situation in den kommenden Tagen weiter verschärfen könnte, da keine nennenswerten Niederschläge prognostiziert sind.
Das hessische Umweltministerium warnt vor langfristigen Folgen durch die anhaltende Dürre. „Wir beobachten die Lage sehr genau“, heißt es aus Wiesbaden. „Der Klimawandel macht sich auch hier unübersehbar bemerkbar.“ Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen sorgt sich die Behörde um die ökologische Belastung für Fische und Pflanzen im Rhein. Auch Grundwasserspeicher in Hessen seien in vielen Regionen stark angegriffen.
Quellen: FAZ Online