In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt haben seit zwei Tagen neue archäologische Grabungen begonnen, die der jüdischen Stadtgeschichte auf die Spur kommen sollen. Die Arbeiten konzentrieren sich auf historisch bedeutsame Areale, in denen bereits in der Vergangenheit bedeutende Funde gemacht wurden – darunter Synagogenreste, Ritualbäder und mittelalterliche Dokumente.
Erfurt gehört seit 2023 zum UNESCO-Welterbe aufgrund seiner außergewöhnlich gut erhaltenen jüdisch-mittelalterlichen Stätten. Insbesondere die zweite jüdische Gemeinde der Stadt, die ab dem 12. Jahrhundert existierte, steht im Fokus der aktuellen Forschung. Die neuen Grabungen sollen Aufschluss über Alltagsleben, religiöse Praxis und die tragische Vertreibung der jüdischen Bevölkerung im Mittelalter geben.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen, bisher unbekannte Strukturen freizulegen, die zur Rekonstruktion der historischen Stadtlandschaft beitragen. Parallel dazu wird auch die Öffentlichkeit eingebunden: Geplante Informationsveranstaltungen und Führungen sollen das Interesse an der vielschichtigen Geschichte der Stadt wecken. Die Ergebnisse könnten künftig in musealen Ausstellungen präsentiert werden.
Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 05.08.2026 17:21), MDR – Nachrichten (DE, 05.08.2026 15:53)