Lebenslange Haft für Anschlag auf ver.di-Demo in München

Im Prozess um den tödlichen Anschlag auf eine ver.di-Demonstration in München im Februar 2025 hat das Oberlandesgericht München den Angeklagten Farhad N. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt. Der 25-Jährige hatte damals mit einem Auto in eine friedlich marschierende Demonstration eingeprallt, wobei eine Mutter und ihr kleines Kind tödlich verletzt wurden. Mehr als 40 weitere Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Verlauf des Prozesses auf Mord wegen eines terroristischen Hintergrunds hingewiesen, konnte diesen jedoch nicht endgültig beweisen. Dennoch reichte die Beweislast für eine Verurteilung wegen zweifachen Mordes aus, da der Angeklagte nachweislich mit großer Geschwindigkeit gezielt in die Menschenmenge fuhr. Zeugenaussagen und Videoaufnahmen zeigten, dass keine Fluchtversuche unternommen wurden.

Der Verteidiger kündigte an, in Revision gehen zu wollen, doch das Gericht betonte die klare Intention und die hohen strafrechtlichen Konsequenzen der Tat. Die Urteilsverkündung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, da die Angehörigen der Opfer sowie Demonstranten vor dem Justizpalast versammelt waren.

Die ver.di-Gewerkschaft würdigte die getötete Mutter und ihr Kind als Opfer eines menschenverachtenden Akts und forderte mehr Schutz für Demonstrationen. Gleichzeitig mahnte die bayerische Innenministerin mehr Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen an, um zukünftige Anschläge zu verhindern.

Quellen: FAZ Online, MDR – Deutschland, ARD Tagesschau – Inland, ZDF Heute – Nachrichten