Die anhaltende Trockenheit und extreme Hitze in der Hauptstadtregion belasten die heimischen Gewässer stark. Flüsse wie die Spree und die Havel führen derzeit deutlich weniger Wasser als üblich – gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen auf kritische Werte. Der Fischereiverband Berlin-Brandenburg warnt vor schwerwiegenden ökologischen Folgen für die Fischbestände.
Wissenschaftler bestätigen, dass niedrige Pegelstände und warmes Wasser die Sauerstoffversorgung im Wasser verringern, was besonders empfindliche Arten wie Äsche oder Bachforelle an den Rand ihrer Belastbarkeit bringt. Zudem erhöht sich die Anfälligkeit für Krankheiten. „Fische können sich nicht einfach abkühlen – sie sind auf ausreichend kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen“, sagt ein Experte. Bei weiterer Verschlechterung könnte es zu Fischsterben kommen.
Auch die Struktur der Ökosysteme ist betroffen: Seichteres Wasser begünstigt Algenblüten und reduziert Rückzugsräume. Der Verband fordert verstärkte Monitoringmaßnahmen und langfristig eine bessere Anpassung der Gewässerstrukturen an den Klimawandel. In Einzelfällen wird bereits über Notmaßnahmen wie Wasserumleitungen diskutiert. Gleichzeitig appellieren Experten an die Bevölkerung, naturnahe Uferbereiche nicht zu stören, um Lebensräume nicht zusätzlich zu belasten.
Quellen: Der Tagesspiegel