Der Präsidentschaftskandidat der African Democratic Congress (ADC), Atiku Abubakar, hat angesichts eines Zwischenberichts der Independent Corrupt Practices and Other Related Offences Commission (ICPC) die Bundesregierung aufgefordert, die Identität von Beamten im Präsidialamt offenzulegen, die mutmaßlich in einen Betrugsskandal verwickelt sind. Hintergrund ist die Gründung eines nicht existierenden staatlichen Gremiums – des sogenannten Presidential Foreign Investment Promotion Council (PFIPC) – das unter falscher Flagge Investoren anlockte.
Atiku bezeichnete den ICPC-Bericht als eine Anklage, die dringend weitergehende Aufklärung erfordere. Er betonte, dass es nicht genüge, nur über strukturelle Mängel zu berichten – vielmehr müsse die Öffentlichkeit erfahren, wer innerhalb des Amtssitzes des Präsidenten (Villa) für die Einrichtung dieser betrügerischen Institution verantwortlich sei. Der Skandal wirft Fragen über Sicherheitslücken und Missbrauch staatlicher Autorität auf, insbesondere weil angebliche Mitglieder des Rats mit offiziellen Titeln agiert haben sollen.
Die ICPC hatte bereits Hinweise darauf gefunden, dass das Phantomgremium ohne parlamentarische Genehmigung oder rechtliche Grundlage operierte. Experten warnen vor schwerwiegenden Reputationsschäden für Nigerias Investitionsklima. Atiku nutzte die Gelegenheit, um erneut Reformen im öffentlichen Sektor sowie mehr Transparenz in der Regierungsführung einzufordern, insbesondere im Vorfeld der nächsten Wahlen.
Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Nigeria