Ende der Direktverbindung Berlin–Stralsund: Verkehrsminister verteidigt umstrittene Maßnahme

Die Direktverbindung zwischen Berlin und Stralsund wird zum Ende des Jahres 2026 eingestellt. Diese Entscheidung sorgt für Diskussionen im Nordosten Deutschlands, doch Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern verteidigt den Schritt als notwendige Maßnahme im Rahmen einer umfassenden Modernisierung des Schienennetzes in der Region.

Zukünftig sollen Reisende zwischen Berlin und Stralsund Umstiege in Angermünde oder Pasewalk tätigen müssen. Grund für die Abschaffung der Direktverbindung sei die begrenzte Kapazität auf der Strecke, insbesondere im Abschnitt zwischen Pasewalk und Stralsund, wo nur eine zweigleisige Infrastruktur zur Verfügung steht. Zudem sollen die Züge, die bisher direkt fuhren, künftig für dichtere Taktfahrten in anderen Abschnitten des Landes genutzt werden.

„Es ist kein Rückschritt, sondern ein strategischer Schritt nach vorn“, betonte Pegel. Er argumentierte, dass durch die Umverteilung der Züge die Taktung in anderen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns verbessert werden könne – etwa auf der Strecke Rostock–Hamburg oder innerhalb des Vorpommern-Netzes. Auch die geplante Digitalisierung der Stellwerke und die zweigleisige Ausweitung der Bahnstrecke zwischen Pasewalk und Stralsund seien langfristig entscheidend für eine bessere Anbindung.

Kritik kommt vor allem aus der Region Uckermark und aus Vorpommern, wo befürchtet wird, dass die Reisezeiten erheblich steigen und die Erreichbarkeit des Landes für Pendler und Touristen leiden könnte. Die Deutsche Bahn und das Land Mecklenburg-Vorpommern planen jedoch, den Umstieg durch bessere Anschlüsse und pünktlichere Fahrpläne attraktiver zu gestalten.

Quellen: Der Tagesspiegel