Organisierte Kriminalität: Innenminister warnt vor Brandenburg als Rückzugsraum für kriminelle Banden

Die organisierte Kriminalität aus Berlin greift immer stärker auf das benachbarte Brandenburg über. Innenminister des Landes warnt, dass kriminelle Banden das Bundesland zunehmend als Rückzugsraum nutzen. Nach jüngsten Vorfällen wie Schüssen auf Spät-Kioske und der Entdeckung von Drogenlaboren in brandenburgischen Gewerbegebieten zeichnet sich ein besorgniserregendes Bild ab.

Die Tätergruppen, oft gut organisiert und bewaffnet, würden die Grenznähe zu Berlin gezielt ausnutzen, um nach Straftaten schnell in das Nachbarland zu flüchten. Dort seien sie schwerer zu fassen, da regionale Polizeistrukturen anders aufgestellt seien und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern noch ausbaufähig sei. Der Innenminister fordert daher eine intensivere länderübergreifende Kooperation, insbesondere bei der Fahndung und dem Informationsaustausch.

Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Städte und Gemeinden im unmittelbaren Berliner Umland. Doch auch ländliche Regionen Brandenburgs seien nicht mehr sicher: So wurden kürzlich in einem verlassenen Industrieareal im Osten des Landes mobile Drogenlabore entdeckt. Die Ermittler vermuten, dass diese Anlagen von Berliner Drogenringen betrieben wurden, um ungestört zu produzieren.

Die Landesregierung prüft nun Maßnahmen zur Stärkung der Polizeipräsenz an Grenzgebieten und plant verstärkte Kontrollen in verdächtigen Gewerbe- und Industriezonen. Gleichzeitig soll die digitale Vernetzung mit Berliner Behörden beschleunigt werden, um schneller auf kriminelle Aktivitäten reagieren zu können.

Quellen: Der Tagesspiegel