Die umstrittene Rettungsaktion für den Buckelwal »Timmy« vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wirft weiter ihre Schatten auf die Landespolitik. Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, warnten Mitarbeiter des Umweltministeriums Agrarminister Till Backhaus vor einer riskanten Intervention. Dennoch setzte der Minister die Operation durch – gegen fachliche Bedenken aus eigenen Reihen.
Der Wal, der im Juli nahe der Insel Rügen gesichtet wurde und tagelang in flachen Gewässern festsaß, hatte bundesweite Aufmerksamkeit erregt. Die dramatische Bergung wurde öffentlich als Erfolg gefeiert, doch hinter den Kulissen herrschte Unmut. Laut Quellen aus dem Ministerium gab es von Anfang an Bedenken, dass eine menschliche Intervention mehr schaden als helfen könnte. Fachleute argumentierten, dass Buckelwale selten so weit in Küstennähe gerieten und eine natürliche Rückkehr unwahrscheinlich sei – doch Eingriffe könnten das Tier zusätzlich stressen.
Trotz dieser Warnungen entschied sich Backhaus für die Rettung – möglicherweise auch aus politischem Kalkül, da die Aktion stark medial begleitet wurde. Nun stellt sich die Frage, ob die Entscheidung auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen beruhte oder eher symbolischen Charakter trug. Die Vorfälle werfen Fragen nach Transparenz und Entscheidungsprozessen innerhalb der Landesregierung auf, insbesondere im Umgang mit Naturschutzthemen.
Quellen: ZEIT Online – Deutschland