Im Frankfurter Bahnhofsviertel brodelt die Stimmung unter Gastronomen. Nach aktuellen Plänen des Straßenbauamtes sollen Außengastronomien ihre Terrassenflächen neu gestalten, was viele Wirte als existenzbedrohend und kontraproduktiv gegenüber der Sicherheit ihrer Gäste kritisieren. Die Vorgaben sehen etwa veränderte Abstände, Barrierefreiheitsanpassungen und eine Neuzuweisung von Flächen vor, die in einem Viertel mit ohnehin engen Gassen und hohem Fußgängerverkehr für massive Einschränkungen sorgen könnten.
Die Betreiber befürchten, dass die Maßnahmen nicht nur zu kleineren Sitzbereichen führen, sondern auch die Kontrolle über ihre Außenbereiche verringern – gerade in einer Umgebung, die bereits heute als herausfordernd gilt. „Wir sind keine anonymen Akteure, sondern Teil des sozialen Gefüges“, betont ein Restaurantbesitzer gegenüber der FAZ. „Wenn wir unsere Terrassen nicht mehr sicher überwachen können, leidet die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Gäste.“
Das Bahnhofsviertel ist seit Jahren ein sensibler Stadtteil, geprägt von Drogenmilieu, Prostitution und gleichzeitig von kultureller Vielfalt sowie einer vitalen Gastronomieszene. Die Stadtverwaltung argumentiert, durch standardisierte Regelungen Ordnung und Barrierefreiheit herzustellen. Doch Kritiker werfen ihr vor, lokale Realitäten zu ignorieren. Experten mahnen an, gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu erarbeiten, statt top-down Vorgaben zu machen. Eine Anhörung der Wirte soll in Kürze stattfinden.
Quellen: FAZ Online