Studie: AfD könnte von rechtsextremen Anschlägen profitieren – Debatte in Hessen

Eine aktuelle Studie der Goethe-Universität Frankfurt wirft ein kontroverses Licht auf den Einfluss rechtsextremer Gewalt auf das Wahlverhalten in Deutschland. Demnach könnte die AfD in der Zeit nach rechtsextremen Terroranschlägen an Zustimmung gewinnen, insbesondere in Regionen mit bereits hoher Unterstützung für rechtspopulistische Parteien. Die Forscher analysierten Daten aus mehreren Bundesländern, darunter auch Hessen, und fanden Hinweise auf einen messbaren Effekt in Kommunal- und Landtagswahlen.

Die Studie argumentiert, dass solche Anschläge oft eine Stimmung der Unsicherheit erzeugen, von der die AfD durch ihre Sicherheitsrhetorik profitiere. Besonders in städtischen Ballungsräumen wie Frankfurt oder Wiesbaden sei dieser Effekt beobachtbar, wenn auch nicht durchgängig. Die Autoren betonen jedoch, dass dieser Zusammenhang komplex sei und von vielen Faktoren abhänge, darunter Medienberichterstattung und politische Reaktionen.

Andere wissenschaftliche Arbeiten kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. So zeigen einige Untersuchungen, dass Terrorakte im Gegenteil auch zu einem Rückgang der Unterstützung für extremistische Parteien führen können, wenn die Täter nicht dem erwarteten Milieu entstammen oder die Gesellschaft mit Solidarität reagiert. In Hessen tobt nun die Debatte unter Politikwissenschaftlern und in der Landesregierung, wie mit diesen Befunden umgegangen werden soll. Die Landeszentrale für politische Bildung kündigte an, die Ergebnisse in ihre Aufklärungsarbeit einzubeziehen.

Quellen: FAZ Online