Im Frankfurter Justizpalast hat am Sonntag der Prozess gegen einen ehemaligen Rechtsanwalt begonnen, der im Verdacht steht, über Jahre hinweg wohlhabende Ausländer illegal nach Deutschland eingeschleust zu haben. Der Angeklagte und drei weitere Beteiligte sollen mit sogenannten „Edelschleusungen“ mehrere Hunderttausend Euro verdient haben.
Laut Anklage nutzte der 58-jährige Jurist seine Kanzlei, um ausländische Kunden – vor allem aus dem asiatischen und arabischen Raum – gegen hohe Gebühren bei der Einreise und legalen Ansiedlung in Deutschland zu unterstützen. Dabei seien Visa und Aufenthaltstitel unter falschen Angaben beantragt worden, darunter auch durch fingierte Arbeitsverträge und Scheininvestitionen.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt ergaben, dass die Angeklagten pro Klient Gebühren zwischen 50.000 und 150.000 Euro kassierten. Insgesamt sollen über 40 Fälle bekannt sein. Die Behörden sprechen von einem organisierten Schleusernetzwerk, das über Jahre unentdeckt blieb.
Der Verteidigung zufolge handelte es sich um legale Beratungstätigkeit im Rahmen der Einwanderungsberatung. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten jedoch Beihilfe zur illegalen Einreise und Eingehen einer kriminellen Vereinigung vor. Das Gericht erwartet einen langwierigen Prozess mit zahlreichen Zeugenaussagen und internationalem Bezug.
Quellen: FAZ Online