Hannover sperrt Flughafen nach Drohnensichtung – Bundespolizei prüft hybride Bedrohung

Der Flughafen Hannover musste in der Nacht zum Montag vorübergehend den Betrieb einstellen, nachdem eine unbekannte Drohne im Luftraum nahe des Flughafengeländes gesichtet wurde. Die Sicherheitsbehörden reagierten umgehend: Für rund zwei Stunden wurde der Flugverkehr gestoppt, um mögliche Gefahren für Starts und Landungen auszuschließen.

Trotz des Einsatzes modernster Ortungstechnik durch die Bundespolizei gelang es den Ermittlern nicht, das Fluggerät eindeutig zu lokalisieren oder zu identifizieren. Die Drohne schien technisch so ausgestattet zu sein, dass sie Ortungssysteme umgehen konnte. Dies wirft bei den Sicherheitsbehörden neue Fragen auf. „Wir schließen eine sogenannte hybride Aktivität nicht aus“, heißt es aus Polizeikreisen – gemeint sind dabei absichtliche Störungen kritischer Infrastruktur durch schwer nachweisbare technische Mittel.

Der Vorfall führte zu mehreren verspäteten Abflügen und Umleitungen. Der Flughafen Hannover betonte, alle Sicherheitsprotokolle seien eingehalten worden, und bedauerte die Unannehmlichkeiten für Reisende. Experten warnen vor einem wachsenden Risiko durch nicht registrierte oder manipulierte Drohnen, insbesondere in der Nähe sensibler Einrichtungen wie Flughäfen oder Kraftwerken.

Die Ermittlungen dauern an. Die Bundespolizei prüft, ob die Drohne von einem privaten Nutzer gesteuert wurde oder ob ein organisierter Hintergrund besteht. Auch technische Spuren sollen ausgewertet werden, um Rückschlüsse auf den Hersteller oder die Steuerungssoftware zu ziehen.

Quellen: Spiegel Online