Thüringen fordert Leitstellenreform nach missglückter Rettungsübung im ICE-Tunnel

Thüringens Innenminister Georg Maier hat nach einer misslungenen Rettungsübung im ICE-Tunnel eine umfassende Reform der Rettungsleitstellen gefordert. Die Übung, die unter realitätsnahen Bedingungen im Eisenbahntunnel durchgeführt wurde, verlief laut offiziellen Angaben deutlich schlechter als erwartet. Maier machte die kleinteilige und dezentrale Struktur der derzeitigen Leitstellen für die Koordinationsprobleme verantwortlich.

„Die Kommunikation zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei funktionierte nicht flächendeckend. Das ist in einem kritischen Infrastrukturprojekt wie einem ICE-Tunnel inakzeptabel“, erklärte Maier nach der Übung. Er fordert nun eine zentralisierte oder zumindest regional harmonisierte Leitstellenstruktur, um Einsätze in Notfällen effizienter zu steuern. Eine solche Reform werde jedoch politisch und organisatorisch komplex, räumte der Minister ein.

Die Übung simulierte einen Zugbrand im Rennsteig-Tunnel, einem der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands. Rettungskräfte aus mehreren Landkreisen waren beteiligt, stießen aber auf erhebliche Hürden bei der Alarmierung und Koordination. Experten warnen, dass bei einem echten Notfall Minuten über Leben und Tod entscheiden können. Die Landesregierung kündigte an, die Ergebnisse der Übung auszuwerten und bis Ende des Jahres einen Reformvorschlag vorzulegen.

Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen (DE, 11.08.2026 17:45), MDR – Nachrichten (DE, 11.08.2026 17:39)