Die Junge Union (JU) in Nordrhein-Westfalen fordert eine enge Zusammenarbeit zwischen der heimischen Polizei und ukrainischen Experten im Bereich der Drohnenabwehr. Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung durch unbefugte oder missbräuchlich eingesetzte Drohnen, etwa über Gefängnissen, Großveranstaltungen oder kritischer Infrastruktur. Ein aktuelles Positionspapier der JU NRW, das WELT vorliegt, plädiert für den gezielten Austausch militärischen und polizeilichen Know-hows mit Ukraine-Spezialisten, die im Krieg gegen Russland langjährige Erfahrungen in der Abwehr von Drohnenangriffen gesammelt haben.
„Die Ukraine verfügt heute über eines der fortschrittlichsten praktischen Wissen im Umgang mit Drohnenbedrohungen weltweit“, heißt es in dem Papier. Die JU schlägt daher Schulungsprogramme, gemeinsame Workshops und Pilotprojekte vor, um Techniken wie Störsender-Einsatz, Radarerkennung und taktisches Reagieren in NRW zu etablieren. Ziel sei es, die Sicherheitsbehörden im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland besser für zukünftige Herausforderungen auszurüsten.
Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auch in Deutschland die Zahl drohnenbezogener Vorfälle steigt. Erst kürzlich musste ein Großeinsatz in der Nähe eines Flughafens in NRW aufgrund eines verdächtigen Luftobjekts gestartet werden. Auch beim G7-Gipfel in Elmau zeigte sich die Brisanz des Themas.
Ob die Landesregierung auf den Vorstoß reagiert, bleibt abzuwarten. Sicherheitsexperten begrüßen die Initiative grundsätzlich, mahnen aber zugleich zu rechtlichen und technologischen Rahmenbedingungen. Dennoch könnte NRW mit solchen Maßnahmen bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen.
Quellen: Welt Online