Im bayerischen Augsburg bleibt das Verfahren gegen einen Hausarzt, der im Verdacht steht, mehr als 300 falsche Corona-Impfungen vorgenommen zu haben, weiterhin blockiert. Obwohl die Ermittlungen bereits abgeschlossen sind, ist unklar, ob es jemals zu einem öffentlichen Prozess kommen wird. Der mutmaßliche Täter befindet sich seit Monaten auf der Flucht, seine Festnahme konnte bislang nicht erfolgen.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg bestätigt, dass die Akten umfangreich vorliegen und die Anklageerhebung längst möglich wäre. Doch ohne den Angeklagten kann das Gerichtsverfahren nicht beginnen. Die Justizbehörden stehen unter wachsendem Druck, da der Fall exemplarisch für mögliche strukturelle Schwächen im Kontrollsystem während der Pandemie steht. Zahlreiche Betroffene hatten mit gefälschten Impfnachweisen Zugang zu Veranstaltungen, Reisen oder Arbeitsplätzen erhalten.
Experten warnen vor langfristigen Auswirkungen auf das Vertrauen in medizinische Institutionen. In Bayern war der Fall besonders brisant, da er in einer Großstadt mit hohem Verwaltungsaufkommen aufgedeckt wurde. Die zuständige Gesundheitsbehörde hat mittlerweile interne Überprüfungen angeordnet, um weitere mögliche Fälle auszuschließen. Dennoch bleibt die Frage, wie viele ähnliche Vorfälle bundesweit ungeklärt blieben.
Quellen: Süddeutsche Zeitung