Vietnam kämpft gegen sinkende Geburtenrate

Vietnam, ein Land mit über 100 Millionen Einwohnern, hat in den letzten Jahren einen signifikanten Rückgang der Geburtenrate erlebt. Die aktuelle Fruchtbarkeitsrate beträgt nur 1,9 Kinder pro Frau, was unter dem Niveau liegt, das für den Erhalt der Bevölkerung notwendig wäre. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend für die Regierung, die jahrzehntelang mit strengen Maßnahmen versucht hat, das Bevölkerungswachstum zu kontrollieren.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Vietnam für große Familien bekannt. Die zuvor geltende Zwei-Kinder-Politik, die über 40 Jahre lang in Kraft war, hat dazu geführt, dass viele Familien keine weiteren Kinder mehr hatten. Angesichts der alternden Bevölkerung und der damit verbundenen Herausforderungen, wie dem steigenden Druck auf das Gesundheitssystem und die sozialen Sicherungssysteme, ist die Regierung nun bestrebt, die Geburtenrate wieder zu erhöhen.

Die Behörden haben bereits damit begonnen, Anreize für Familien zu schaffen, um mehr Kinder zu bekommen. Dazu gehören finanzielle Unterstützungen und Kampagnen zur Förderung von Familienwerten. Die Herausforderung besteht darin, das gesellschaftliche Bewusstsein zu ändern, da viele junge Paare aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten und Lebensstiländerungen zögerlich sind, Kinder zu bekommen.

Die Situation in Vietnam ist ein Beispiel für einen breiteren Trend in vielen asiatischen Ländern, die mit ähnlichen demografischen Herausforderungen konfrontiert sind. Die Regierung wird weiterhin Strategien entwickeln müssen, um die Geburtenrate zu stabilisieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern.

Quellen: France 24 – World, France 24 – Asia-Pacific