Die aktuelle Hitzewelle hat in Hessen verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bis Anfang August rund 1.710 Menschen an den Folgen der extremen Temperaturen gestorben. Diese Zahl übersteigt die Gesamtanzahl der Hitzetoten jedes einzelnen Vorjahres seit 2016 deutlich und unterstreicht die dramatischen Folgen des Klimawandels für die öffentliche Gesundheit.
Das RKI errechnet die Zahl der Hitzetoten statistisch anhand der sogenannten Übersterblichkeit – also der Differenz zwischen den tatsächlich registrierten Todesfällen und dem langjährigen Durchschnitt. Besonders betroffen waren demnach Großstädte wie Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel, wo urbane Hitzeinseln die Temperaturen zusätzlich anheben. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet.
Experten fordern seither konsequente Anpassungsmaßnahmen: mehr Schattenflächen in Städten, verstärkten Ausbau von Kühlmöglichkeiten in Pflegeeinrichtungen und eine bundesweit einheitliche Hitzewarnstrategie. Die hessische Landesregierung kündigte an, ihre Klimaanpassungsstrategie zu überarbeiten, warnt aber vor den begrenzten Handlungsoptionen auf Landesebene ohne stärkere Unterstützung des Bundes.
Wetterdienste prognostizieren für die kommenden Tage erneut Temperaturen um 38 Grad Celsius – eine Entspannung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Gesundheitsämter und Rettungsdienste befinden sich in erhöhter Alarmbereitschaft.
Quellen: FAZ Online