Angesichts anhaltender Trockenheit und extrem niedriger Wasserstände auf wichtigen Binnenwasserstraßen hat die hessische Landesregierung das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen vorübergehend gelockert. Der Schritt soll helfen, Güter, die normalerweise per Binnenschiff transportiert werden, auf die Straße zu verlagern. Besonders betroffen sind Abschnitte des Rheins und Mains, die für den Frachtverkehr kaum noch befahrbar sind.
Die Entscheidung gilt zunächst für bestimmte Strecken und Zeiträume und richtet sich vor allem an Spediteure, die Ersatz für ausgefallene Schifffahrten organisieren müssen. Doch bei vielen Transportunternehmen stößt die Maßnahme auf gemischte Reaktionen. „Wir haben nicht mehr Fahrer – im Gegenteil: Der Mangel ist größer denn je“, kritisierte ein Sprecher des hessischen Spediteurenverbandes. Die Branche warnt, dass die personellen Kapazitäten nicht ausreichen, um den gestiegenen Bedarf zu decken.
Zudem befürchten Anwohner entlang der Autobahnen eine Zunahme von Lkw-Kolonnen, besonders auf der A3, A5 und A7. Umweltverbände warnen vor höheren Emissionen und Lärmbelastungen, besonders an den Wochenenden. Die Landesregierung betont hingegen, dass die Maßnahme ein notwendiger Ausgleich im Krisenfall sei und nur befristet gelte.
Die Bundesregierung erwägt derzeit eine koordinierte Lockerung des Sonntagsfahrverbots in mehreren Bundesländern. In Hessen wird die Wirkung der Maßnahme eng begleitet, um eine Überlastung der Infrastruktur zu vermeiden.
Quellen: FAZ Online