Der brandenburgische Verkehrsminister Crumbach hat scharfe Kritik an der Bundesregierung wegen der Finanzierung der Bahninfrastruktur geübt. In einer Stellungnahme am Donnerstag machte er deutlich, dass die Länder im Osten Deutschlands bei der Mittelvergabe systematisch benachteiligt würden. Obwohl der Bund für die Ausfinanzierung der Zuginfrastruktur verantwortlich ist, flössen disproportional geringere Summen in ostdeutsche Regionen – mit gravierenden Folgen für den Nah- und Fernverkehr.
Crumbach betonte, dass insbesondere Brandenburg unter mangelnden Investitionen leide, obwohl das Land als Transitregion zwischen Berlin und Polen sowie als wichtiger Teil des europäischen Schienennetzes von großer strategischer Bedeutung sei. „Wir brauchen einen fairen Ausgleich, der die spezifischen Herausforderungen des Ostens berücksichtigt“, forderte der Minister. Dazu gehörten nicht nur der Erhalt maroder Strecken, sondern auch der beschleunigte Ausbau elektrifizierter Linien und moderner Bahnhöfe.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die aktuelle Verteilungspraxis der Bundesmitteln, die laut Crumbach stärker auf westdeutsche Ballungsräume ausgerichtet sei. Ohne nennenswerte Korrekturen drohten weitere Verschlechterungen im öffentlichen Personennahverkehr – besonders in ländlichen Gebieten Brandenburgs, wo Busse und Regionalbahnen oft die einzige Mobilitätsalternative darstellen.
Quellen: Tagesspiegel