Brandenburgs Fachhochschulen dürfen künftig eigene Promotionen durchführen

Ein neues Kapitel in der akademischen Bildung Brandenburgs hat begonnen: Zum ersten Mal dürfen Fachhochschulen im Land selbstständig Doktortitel verleihen. Bisher war dies ausschließlich Universitäten vorbehalten. Nun haben sich vier brandenburgische Fachhochschulen – darunter die Technische Hochschule Wildau, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und die Fachhochschule Potsdam – im sogenannten Forschungskolleg Brandenburg zusammengeschlossen, um gemeinsam Promotionsrecht zu erlangen.

Dieser Schritt stärkt die Forschungskompetenz der Fachhochschulen und soll insbesondere praxisnahe wissenschaftliche Arbeiten fördern. Das Kolleg wird künftig interdisziplinäre Promotionsprogramme in Bereichen wie angewandte Klimaforschung, digitale Technologien und Nachhaltigkeit anbieten. Das brandenburgische Wissenschaftsministerium sieht darin eine wichtige Entwicklung, um Fachkräfte mit hochqualifizierter Ausbildung im Land zu halten.

Die Promovierenden werden von Betreuungsteams aus mehreren Hochschulen begleitet. Zudem werden Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern genutzt, um die Anwendungsnähe der Forschung zu gewährleisten. Ein Pilotprogramm soll bereits im kommenden Wintersemester starten.

Mit dieser Reform rückt Brandenburg näher an Bundesländer wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen heran, wo Fachhochschulen bereits länger promovieren dürfen. Die Landesregierung hofft, durch die neuen Möglichkeiten auch mehr internationale Studierende und Forschende nach Brandenburg zu holen.

Quellen: Der Tagesspiegel