Schulsenator Ties Rabe: Zwei zusätzliche Stunden Grundschule könnten Bildungskrise lösen

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat in einem aktuellen Interview betont, dass bereits zwei zusätzliche Unterrichtsstunden pro Woche in der Grundschule ausreichen könnten, um viele strukturelle Bildungsprobleme zu lösen. Rabe, der als Architekt der Hamburger Bildungsreformen gilt, verweist auf messbare Fortschritte im Bundesländervergleich: „Wir haben gezeigt, dass konsequente Investitionen in die frühe Bildung Früchte tragen“, sagte er gegenüber der WELT.

Seit Amtsantritt hat Rabe das Schulinvestitionsprogramm ausgeweitet, Lehrkräfte aufgestockt und Ganztagsangebote flächendeckend ausgebaut. Besonders die Einführung verpflichtender Förderstunden in den Klassen 3 und 4 habe die Leistungsunterschiede verringert. „Kinder aus bildungsfernen Familien holen nur dann auf, wenn wir ihnen mehr Zeit und strukturierte Unterstützung bieten“, betont Rabe.

Der Senator kritisiert jedoch, dass viele Bundesländer weiterhin am Fünf-Stunden-Woche-Modell für Grundschulen festhalten. Hamburg hingegen setze auf mindestens sieben Stunden – inklusive individueller Lernzeiten und sozialer Bildung. „Es geht nicht um mehr Stoff, sondern um mehr Raum zum Lernen, Verstehen und Entwickeln“, so Rabe. Experten sehen in dem Hamburger Modell einen möglichen Blaupause für bundesweite Reformen.

Quellen: Welt Online