Grüne-Fraktionschefin in MV unter Belästigungsvorwürfen – Ermittlungsbericht sorgt vor Landtagswahl für Wirbel

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gerät erneut unter Druck wegen Vorwürfen sexueller Belästigung. Laut einem internen Dokument, das nun öffentlich geworden ist, soll sie sich in einen jüngeren Mitarbeiter verliebt und ihn über Jahre hinweg verbal belästigt haben. Die Vorwürfe waren zunächst intern bearbeitet worden, galten aber als abgeschlossen – bis ein Schreiben von zwei Beratungsstellen vor der bevorstehenden Landtagswahl für neue mediale Aufmerksamkeit sorgte.

In dem Dokument wird beschrieben, dass die betroffene Politikerin den Mitarbeiter wiederholt mit Kommentaren wie „am Hintern enger“ konfrontiert haben soll. Diese Äußerungen seien im Kontext emotionaler Übergriffigkeit erfolgt und hätten zu psychischem Druck geführt. Der Mitarbeiter habe schließlich professionelle Unterstützung in Anspruch genommen. Die Beratungsstellen bestätigten, dass sie Fälle von Machtmissbrauch dokumentierten, um strukturelle Probleme in politischen Institutionen sichtbar zu machen.

Die Grünen-Landtagsfraktion hat mittlerweile angekündigt, interne Gespräche zur Klärung des Sachverhalts zu führen. Gleichzeitig betont die Partei ihr Bekenntnis zu respektvollem Miteinander und klaren Verhaltensregeln. Kritiker:innen werfen jedoch der Führungsetage vor, zu lange weggeschaut zu haben. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl könnte der Fall das Ansehen der Partei in MV beeinträchtigen, insbesondere da Themen wie Gleichstellung und Diskriminierung zu ihren Kernanliegen gehören.

Quellen: Welt Online