Die militärische Führung in Burkina Faso hat über 40 Journalisten zu einer obligatorischen militärischen Ausbildung verpflichtet, die offiziell als Teil eines staatlichen Patriotismus-Programms beworben wird. Die Maßnahme, die von der seit 2022 regierenden autoritären Junta durchgesetzt wurde, hat in der Presse- und Menschenrechtslandschaft große Besorgnis ausgelöst.
Die Teilnehmer der Ausbildung sollen laut Angaben der Regierung in militärischen Disziplin, physischer Fitness und „nationalem Bewusstsein“ geschult werden. Die Kurse finden unter Aufsicht der Armee statt und beinhalten Elemente wie Marschübungen, Waffenhandhabung und ideologische Schulungen. Kritiker sehen darin einen Versuch, die Medien zu kontrollieren und unabhängige Berichterstattung einzuschränken.
Journalistenorganisationen warnen, dass die Pflichtteilnahme die Trennlinie zwischen Militär und Zivilgesellschaft verwische und die Redefreiheit untergrabe. Die Maßnahme steht im Einklang mit einer zunehmend restriktiven Informationspolitik der Regierung, die in den letzten Jahren mehrere unabhängige Medien geschlossen und ausländische Reporter ausgewiesen hat.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilte die Zwangsmaßnahme als Einschüchterungstaktik und Verletzung der Pressefreiheit. In Burkina Faso belegt das Land in der RSF-Weltrangliste der Pressefreiheit weiterhin einen der hinteren Plätze.
Die Junta rechtfertigt die Maßnahmen mit der Notwendigkeit, die nationale Einheit im Kampf gegen islamistische Aufständische zu stärken. Doch die Pflichtausbildung für Journalisten wirft neue Fragen zur Meinungsvielfalt und zur Rolle der Medien in der derzeitigen politischen Landschaft auf.
Quellen: Africanews EN