Im Herzen von Frankfurt entsteht eine neue Anlaufstelle für Nachtschwärmer: DJ und Musikveranstalter Julian Smith hat im Keller des Bürgerhauses Gallus die „Tanzbar“ eröffnet – einen Pop-up-Club, der das Sterben der lokalen Clubkultur verhindern will. Seit rund drei Jahrzehnten prägt Smith das Frankfurter Nachtleben, nun setzt er auf ein unkonventionelles Konzept, das bewusst auf Luxus verzichtet und stattdessen auf Authentizität setzt.
„Die Leute gewöhnen sich langsam an den Trashfaktor“, sagt Smith über das bewusst schräge, provisorische Ambiente. Die Tanzbar wirkt wie ein Mix aus Kellerparty und kulturellem Labor – mit einfachen Lichteffekten, gebrauchten Möbeln und einem Sound, der quer durch die Genres geht. Ziel ist es, Raum für Experimente zu schaffen und jungen Künstlern eine Bühne zu bieten, ohne den Druck kommerzieller Zwänge.
Die Idee entstand in der Pandemie, als zahlreiche Clubs schließen mussten. Nun will Smith mit der Tanzbar zeigen, dass alternative Formate möglich sind – auch ohne große Investoren. Der Verein Kulturort Bürgerhaus Gallus unterstützt das Projekt als kulturelle Initiative in städtischer Trägerschaft.
Ob die Tanzbar langfristig Bestand hat, bleibt abzuwarten. Doch viele Besucher feiern bereits das unverfälschte Flair und die Freiheit, die das Konzept bietet. In einer Zeit, in der Großclubs vor finanziellen Herausforderungen stehen, könnte die Tanzbar ein Vorbild für andere Städte werden.
Quellen: FAZ Online