Fährunglück am Malawi-See: Zahl der Toten in Simbabwe steigt auf 80

Die Zahl der Todesopfer nach dem Kentern einer Fähre auf dem Lake Kariba in Simbabwe ist am Sonntag auf 80 gestiegen. Wie die Polizei mitteilte, wurden acht weitere Leichen geborgen, während die Suche nach Vermissten weitergeht. Das Unglück hatte sich Anfang der Woche ereignet, als das überladene Boot bei starkem Wind und hohen Wellen kenterte.

Augenzeugen berichten, dass Passagiere den Kapitän noch vor Abfahrt angefleht hatten, die Reise aufgrund der widrigen Wetterbedingungen abzusagen. Trotz der Warnungen setzte das Boot seine Fahrt fort – mit verheerenden Folgen. Die Rettungsaktionen wurden durch die schwierigen Seebedingungen und die abgelegene Lage des Unglücksorts erschwert.

Das Unglück wirft erneut ein Schlaglicht auf die mangelhafte Sicherheitsstandards im öffentlichen Personennahverkehr Simbabwes. Kritiker machen sowohl die zuständigen Behörden als auch die Betreiber für das Desaster verantwortlich. Es werde regelmäßig überfüllte und schlecht gewartete Boote eingesetzt, um Touristen und Anwohner über den See zu bringen, berichtet der ARD-Korrespondent Stephan Ueberbach.

Die Regierung hat inzwischen eine Untersuchung angekündigt, um die genauen Umstände des Unglücks aufzuklären. Gleichzeitig wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte, da viele Passagiere noch immer vermisst werden. Internationale Hilfsorganisationen stehen bereit, um bei den Rettungs- und Bergungsmaßnahmen zu unterstützen.

Quellen: Africanews EN, France 24 – Africa, ARD Tagesschau – Ausland