Die Unabhängige Wahlkommission Sambias (Electoral Commission of Zambia, ECZ) hat die landesweite Auszählung und Verkündung der Ergebnisse der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen ausgesetzt. Der Schritt folgt auf Berichte über gewaltsame Übergriffe auf Wahlhelfer sowie den Diebstahl von bereits abgestimmten Wahlzetteln in mehreren Regionen des Landes.
Wie die ECZ am Samstag mitteilte, seien die Sicherheitslage und die Integrität des Wahlprozesses derart beeinträchtigt, dass eine Fortsetzung der Stimmenauszählung vorerst nicht verantwortbar sei. Augenzeugen und lokale Medien berichteten von Übergriffen auf Wahllokale, bei denen Beamte eingeschüchtert und Wahlmaterialien entwendet wurden. In mindestens zwei Bezirken soll es zu Entführungen von Wahlkommissionsmitarbeitern gekommen sein.
Internationale Beobachterorganisationen bestätigten, dass die Wahlen von massiven Unregelmäßigkeiten begleitet wurden. Vertreter der Southern African Development Community (SADC) und der African Union sprachen von systematischer Einschüchterung von Wählern und Parteien, insbesondere in ländlichen Gebieten. Die Unterbrechung der Stimmenauszählung dauerte bereits mehrere Stunden an, was die Spannungen zwischen den führenden politischen Lagern weiter verschärft.
Die Opposition fordert eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe und warnt vor einer Untergrabung des demokratischen Prozesses. Die Regierung hingegen ruft zur Ruhe auf und versichert, dass die Sicherheitskräfte den Vorfall untersuchen und die Integrität der Wahl wiederherstellen würden. Die ECZ kündigte an, in Kürze über die Fortsetzung des Verfahrens zu entscheiden, sobald die Lage unter Kontrolle sei.
Quellen: AllAfrica – Latest, Africanews EN