Jugendproteste stürzen Präsidenten Rajoelina – Madagaskar vor politischem Neuanfang

Im Herbst 2025 begannen in Madagaskar zunächst lokal begrenzte Proteste gegen wiederkehrende Wasserknappheit und Stromausfälle, die sich rasch zu einer landesweiten Bewegung ausweiteten. Getragen wurde die Mobilisierung vor allem von jungen Menschen der sogenannten Generation Z, deren Mitglieder zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Diese Proteste eskalierten innerhalb weniger Wochen und zwangen schließlich Präsident Andry Rajoelina, das Land zu verlassen.

Die Demonstranten thematisierten nicht nur die unzureichende Grundversorgung, sondern machten auch systemische Korruption und den Bruch des sozialen Vertrags zwischen Staat und Bevölkerung zum zentralen Anliegen. In Reden und sozialen Medien artikulierte die Jugend Forderungen nach Würde, Transparenz und einer gerechteren Verteilung der Ressourcen. Die anfänglich lokal begrenzten Unruhen gewannen durch soziale Netzwerke an Dynamik und erreichten schließlich die Hauptstadt Antananarivo.

Die Flucht von Präsident Rajoelina markiert einen bedeutenden Einschnitt in der jüngeren Geschichte Madagaskars. Die nun folgende Phase gilt als unsicher, da keine klare Nachfolgestruktur vorhanden ist. Dennoch sehen Beobachter in der Kraft der jungen Protestbewegung das Potenzial für einen tiefgreifenden politischen Wandel. Die Herausforderung wird nun darin bestehen, den Druck in konkrete Reformen umzuwandeln und die Erwartungen einer neuen Generation gerecht zu werden.

Internationale Beobachter betonen, dass der Kampf gegen die sogenannte State Capture – also die Einflussnahme mächtiger Interessengruppen auf staatliche Institutionen – erst am Anfang steht. Ob die Bewegung langfristig institutionelle Veränderungen bewirken kann, hängt von ihrer Fähigkeit ab, politische Strukturen zu etablieren, die über die Proteste hinaus Bestand haben.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa