Gabun: Militärputsch im Kontext regionaler Instabilität in Westafrika

Im Jahr 2020 erfolgte in Gabun ein militärischer Putsch, durch den die langjährige Präsidentschaft von Ali Bongo Ondimba beendet wurde. Dieser Umsturz reiht sich in eine wachsende Serie von Machtübernahmen durch das Militär in der Region ein, zu der auch Mali, Guinea, Sudan, Burkina Faso (zweimal), und Niger gehören. Wie aus einem Guss folgten die verantwortlichen Offiziere dabei stets demselben Narrativ: Die zivilen Regierungen seien durch systemische Korruption entwertet worden, hätten ihre Legitimität verwirkt und müssten daher durch das Militär ersetzt werden, um Staatlichkeit wiederherzustellen.

In mehreren Hauptstädten Afrikas, darunter Bamako und Conakry, wurden solche Putsche zunächst von Teilen der Bevölkerung gefeiert. In Gabun zeigte sich ein ähnliches Bild: Teile der Bevölkerung begrüßten den Machtwechsel als notwendigen Bruch mit einer als korrupt und elitär wahrgenommenen politischen Klasse. Doch wie in anderen Ländern stellt sich zunehmend die Frage, ob die militärischen Übergangsregierungen tatsächlich für mehr Transparenz und Entwicklung sorgen oder lediglich neue autoritäre Strukturen etablieren.

Der Putsch in Gabun unterbrach eine seit Jahrzehnten andauernde Familienherrschaft – Ali Bongo hatte das Amt von seinem Vater Omar Bongo geerbt, der von 1967 bis 2009 regierte. Die Intervention des Militärs markierte somit nicht nur einen politischen Einschnitt, sondern auch einen symbolischen Bruch mit der postkolonialen Elitenkontinuität in Zentralafrika. Dennoch bleibt abzuwarten, ob dieser Bruch zu einer echten Demokratisierung führt oder ob er in einer weiteren langfristigen militärischen Vorherrschaft mündet.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa