Prozessbeginn in Koblenz: Nach 32 Jahren gesteht mutmaßlicher Mörder von Amy Lopez

Im Landgericht Koblenz hat heute der Prozess um den Mord an der US-Studentin Amy Lopez begonnen. Die damals 24-jährige Touristin war 1994 in der rheinland-pfälzischen Stadt Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens geworden – sie wurde sexuell missbraucht und anschließend mit großer Gewalt getötet. Über 30 Jahre blieb der Fall ungeklärt, bis moderne DNA-Analysen schließlich eine Verbindung zu einem heute 81-jährigen Mann herstellten.

Zum Auftakt der Verhandlung gestand der Angeklagte die Tat vor Gericht. Er erschien im Rollator, während vor dem Justizgebäude eine Schlange von Zuschauern und Medienvertretern stand. Der Verteidiger äußerte sich überzeugt, dass sein Mandant verurteilt werde, da die Beweislage aufgrund der genetischen Spuren als erdrückend gelte. Kriminalbiologe Mark Benneke erklärte, dass die damals gesicherten biologischen Spuren mittels neuer Verfahren eindeutig dem Verdächtigen zugeordnet werden konnten.

Der Fall Lopez gilt als einer der bekanntesten ungeklärten Morde in der Geschichte Koblenz’. Die Aufklärung nach mehr als drei Jahrzehnten zeigt, wie moderne Spurensicherung selbst scheinbar abgeschlossene Ermittlungen wieder aufleben lassen kann. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, die Verhandlung wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Quellen: Welt Online, Spiegel Online – Schlagzeilen, Der Tagesspiegel, ZDF Heute – Nachrichten, ntv – Nachrichten