Die Stadt Frankfurt hat am 19. August 2026 die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich mit ihrer höchsten Auszeichnung geehrt: der Ehrenplakette. Die heute 89-Jährige erhielt die Ehrung für ihr langjähriges Engagement in der Zeitzeugenarbeit und für ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit über die Verbrechen der NS-Diktatur.
Erbrich wurde im Jahr 1943 als Siebenjährige aus Frankfurt nach Theresienstadt deportiert. Während ihre Eltern im Ghetto starben, überlebte sie das Unrechtssystem und kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihre Heimatstadt zurück. Seit Jahrzehnten teilt sie ihre Erinnerungen vor Schulklassen, Vereinen und bei öffentlichen Gedenkveranstaltungen, um jungen Menschen die menschlichen Dimensionen der Shoa nahezubringen.
Bürgermeister und Kulturdezernent zeichneten Erbrich bei einer feierlichen Zeremonie im Römer aus. In seiner Ansprache betonte er, dass ihre Stimme ein unbezahlbares Zeugnis der Menschlichkeit sei, gerade in Zeiten wachsender Geschichtsrelativierung und Antisemitismus. „Edith Erbrich verlernt das Lachen nicht“, sagte er – ein Verweis auf ihre Lebenskraft trotz der traumatischen Erfahrungen.
Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt wird seit 1952 an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Mit dieser Geste würdigt Hessen nicht nur eine mutige Frau, sondern auch die bleibende Verantwortung, die deutsche Geschichte wahrhaftig zu bewahren.
Quellen: FAZ Online