Äthiopien hat mit einer neuen Verordnung den Weg für ausländische Staatsbürger freigemacht, Wohnimmobilien im Land zu erwerben. Die Regelung, offiziell bekannt als ‚Foreign Nationals‘ Ownership Right of Residential House Proclamation‘, soll nach Angaben der Regierung die städtische Entwicklung beschleunigen und das Interesse an Immobilieninvestitionen im Land stärken.
Chaltu Sani, Ministerin für Stadt- und Infrastrukturentwicklung, betonte in Addis Ababa, dass die Umsetzung der Verordnung einen wichtigen Impuls für den Wohnungsbau und die Modernisierung urbaner Zentren darstelle. Ziel sei es, die Kapazitäten im Bereich der Stadtplanung auszubauen und gleichzeitig qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen, insbesondere in schnell wachsenden Städten wie Addis Abeba, Dire Dawa und Bahir Dar.
Die Reform markiert einen bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Wandel, da Äthiopien bislang strenge Beschränkungen für ausländisches Eigentum hatte. Experten sehen in der Maßnahme einen Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Öffnung, der sowohl ausländische Direktinvestitionen fördern als auch den Binnenmarkt beleben könnte. Kritiker warnen jedoch vor möglichen Preisanstiegen und Gentrifizierungsprozessen in Stadtvierteln mit hohem Nachfragepotenzial.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia