Sudanesischer Experte entkräftet Bedenken zu äthiopischen Nil-Staudämmen

Ein renommierter sudanesischer Wasserexperte hat die Bedenken gegenüber den geplanten zusätzlichen Staudämmen Äthiopiens am Blauen Nil zurückgewiesen. Professor Seif al-Din Hamad, ehemaliger sudanesischer Minister für Wasserressourcen, erklärte in Addis Abeba, dass die geplanten kaskadenförmigen Dämme keine Bedrohung für die abflussnahen Länder Ägypten und Sudan darstellten.

Hamad, der international als Experte für transnationale Wassermanagementsysteme anerkannt ist, betonte, dass eine sorgfältige Koordination und moderne Technologien es ermöglichten, die Wasserabgabe kontrolliert und vorhersehbar zu gestalten. „Die Angst vor plötzlichen Wasserentzügen oder ökologischen Schäden ist unbegründet, solange transparente Vereinbarungen und Monitoring-Systeme bestehen“, so der Experte.

Seine Aussagen könnten dazu beitragen, die langjährigen Spannungen zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien im Rahmen der Nilwassernutzung zu entschärfen. Ägypten hatte wiederholt vor negativen Auswirkungen auf seine Trinkwasserversorgung und Landwirtschaft gewarnt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Großen Äthiopischen Renaissance-Staudamm (GERD) und möglichen weiteren Projekten.

Hamads Einschätzung stützt sich auf hydrologische Modelle und internationale Beispiele ähnlicher transnationaler Wasserkraftprojekte. Er plädierte für mehr Vertrauen und gemeinsame technische Kommissionen, um Daten auszutauschen und Krisen vorzubeugen. Die Stellungnahme könnte auch diplomatische Bemühungen stärken, die auf eine langfristige Vereinbarung zwischen den Nilanrainern abzielen.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia