Die anhaltende Energiekrise in Libyen verschärft sich weiter und führt zu massiven Versorgungsengpässen sowie wachsender Unruhe in der Bevölkerung. Wie die Vereinten Nationen aktuell warnen, wird Treibstoff zunehmend illegal umgeleitet, während die ohnehin marode Strom- und Energieinfrastruktur unter extremem Druck steht.
Die Stromversorgung in großen Teilen des Landes ist unregelmäßig und oft tagelang unterbrochen, was Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen und private Haushalte gleichermaßen beeinträchtigt. Experten führen die Probleme auf jahrelange Unterinvestitionen, bewaffnete Konflikte und mangelnde Koordination zwischen den verfeindeten Regierungsfraktionen zurück, die das Land seit Jahren teilen.
Die UN betonen in ihrem Bericht, dass die illegale Umleitung von Treibstoff – insbesondere Diesel und Benzin – zunehmend zu einer systemischen Krise beiträgt. Anstatt in die öffentliche Versorgung zu fließen, werde Kraftstoff über Schattenwirtschaftskanäle abgezweigt oder an bewaffnete Gruppen weitergegeben. Dies untergrabe staatliche Bemühungen, die Energieversorgung zu stabilisieren.
Die anhaltenden Stromausfälle wirken sich negativ auf die Lebensqualität der Bevölkerung aus. In mehreren Städten, darunter Tripolis und Bengasi, berichten Einwohner von täglichen Rationierungen und langen Wartezeiten an Tankstellen. Die Lage gefährde nicht nur die öffentliche Gesundheit, sondern könne auch zu sozialen Unruhen führen, warnen humanitäre Organisationen.
Internationale Partner rufen die libyschen Behörden zu einer transparenten und koordinierten Reform der Energie- und Treibstoffverteilung auf. Gleichzeitig wird betont, dass nur eine politische Einigung auf nationaler Ebene die Voraussetzung für nachhaltige Lösungen schaffen könne.
Quellen: Africanews EN